
WWII-Tunnel auf Brač: Mit dem Boot in den Fels hinein
Ein Guide zum jugoslawischen U-Boot-Tunnel an der Südküste von Brač — was er ist, warum ihn so wenige Touren besuchen, wie es darin aussieht
By Marinko (Co-founder & Skipper) · 6 Min. Lesezeit · Updated 2026-05-23
Was der Tunnel ist
Ein militärischer Hangar, der während des Kalten Krieges in den Kalkstein der Südküste von Brač geschlagen wurde und von der Jugoslawischen Volksarmee genutzt wurde, um Patrouillenboote und Berichten zufolge auch kleine U-Boote vor Satellitenbeobachtung zu verbergen. Erbaut in den 1960er-Jahren, aufgegeben Anfang der 1990er-Jahre nach der Unabhängigkeit Kroatiens.
Der Eingang des Tunnels öffnet sich direkt zum Meer hin — kleine Boote können durch den Eingang hineinfahren und mehrere Dutzend Meter in die Höhle vordringen. Der Hangar ist nicht ausgeschildert, ungeschützt, und kaum eine kommerzielle Tour besucht ihn.
Wie er gebaut wurde
Der Tunnel wurde aus bestehenden Meereshöhlen und natürlichen Felsöffnungen herausgearbeitet und anschließend mit Sprengstoff und Beton erweitert. Die Innenflächen bestehen teils aus behauenem Kalkstein, teils aus Betonverstärkung.
Belüftungsschächte verlaufen senkrecht durch den Fels darüber. Die Akustik im Inneren ist beeindruckend — das Dröhnen des Motors hallt noch mehrere Sekunden nach, nachdem man ihn abgestellt hat.
Das Ausmaß überrascht. Fotos bereiten einen nicht darauf vor, wie groß die Höhle tatsächlich ist.

Wie es im Inneren aussieht
Dunkel und kühl. Der Eingang vom Meer beleuchtet die ersten 10 bis 15 Meter; dahinter ist die Höhle dunkel. Das Wasser im Tunnel ist dieselbe klare Adria, nimmt aber durch das diffuse Licht einen grau-blauen Ton an.
An den Wänden sieht man Betonverstärkungen, verrostete Metallbeschläge, an denen einst Festmacherleinen befestigt waren, sowie Graffiti aus verschiedenen Jahrzehnten.
Keine Einrichtungen. Kein Licht. Keine touristische Infrastruktur. Es ist im Grunde eine Meereshöhle, in die militärische Geschichte eingeschrieben ist.
Warum nur wenige Touren dorthin fahren
Er steht auf keiner Standard-Routenliste öffentlicher Touren. Der Tunnel ist auf den meisten Karten nicht verzeichnet, erfordert einen ortskundigen Skipper, um ihn überhaupt zu finden, und ein ausreichend kleines Boot, um sicher durch den Eingang zu fahren.
Größere Fähren und größere Ausflugsboote können gar nicht hineinfahren. Nur Speedboote und kleine Boote schaffen es.
Manche einheimischen Skipper kennen ihn aus eigener Bootserfahrung. Wir nehmen ihn gezielt in unsere private Brač-Tour auf, weil das Erlebnis wirklich einzigartig ist — genau die Art von Stopp, die einen privaten Tagesausflug lohnenswert macht.
Sicherheit
Die Bedingungen müssen ruhig sein. Dünung am Tunneleingang versperrt den Zugang — schon leichter Wellengang macht eine sichere Einfahrt schwierig.
Der Skipper beurteilt die Bedingungen am jeweiligen Tag. Ist es sicher, fahren wir hinein; ist es das nicht, lassen wir es aus und erklären, warum.
Im Tunnel schwimmt niemand. Das Wasser ist dunkel, der Grund nicht sichtbar, und es könnten Überreste aus der ursprünglichen militärischen Nutzung vorhanden sein. Man bleibt im Boot.
Boote fahren im Tunnel mit sehr geringer Geschwindigkeit — im Leerlauf oder knapp darüber. Der Skipper konzentriert sich ganz auf Positionierung und Wendemanöver.
Fotografieren im Inneren
Herausfordernd. Wenig Licht, hoher Kontrast (heller Eingang, dunkles Inneres). Ein lichtstarkes Objektiv (f/2.8 oder offener) ist unverzichtbar. ISO 1600 bis 3200 sind normal.
Fotos mit dem Smartphone sind möglich, aber begrenzt. Das Weitwinkel eignet sich gut für die Perspektive am Eingang; das schwache Licht überfordert die meisten Handykameras im tiefen Inneren.
Das durch die Höhle hallende Dröhnen des Bootsmotors ist eine kurze Videoaufnahme wert.

Wie lange man drinnen bleibt
Typischerweise 10 bis 15 Minuten. Hineinfahren, vorsichtig hineinsteuern, wenden, die Wände betrachten, der Akustik lauschen, wieder herausfahren.
Länger braucht es nicht. Der Reiz liegt in der Einfahrt und dem Ausmaß, nicht in einer ausgedehnten Erkundung.
Wie er in die private Tour passt
Der WWII-Tunnel ist der erste Stopp unseres privaten Brač-Tages. Wir verlassen Split um 09:00 Uhr, fahren südwärts zur Südküste von Brač und erreichen den Tunnel gegen 10:15 Uhr. Der Stopp dauert insgesamt 15 bis 20 Minuten, Anfahrt und Abfahrt inbegriffen.
Von dort geht es weiter ostwärts nach Bol und Zlatni Rat, anschließend westwärts nach Milna. Der Tunnel gibt den Ton für den Tag vor — das ist keine Standardtour, sondern die Version von Skippern, die die Küste wirklich kennen.
Weitere militärische Stätten aus jugoslawischer Zeit
Auf Brač gibt es noch weitere Bauten aus der Kriegszeit — Bunker, Beobachtungsposten, kleinere Lagertunnel. Die meisten liegen im Landesinneren und erfordern Wanderungen.
Auf der Insel Vis (der größeren Nachbarinsel) gibt es größere militärische Anlagen, darunter die berühmte Titos Höhle, die im Zweiten Weltkrieg als Kommandoposten der Partisanen diente. Für einen Besuch ist eine Landtour auf Vis erforderlich.
Für die meisten Reisenden ist der U-Boot-Tunnel auf Brač die zugänglichste und eindrucksvollste militärische Stätte aus jugoslawischer Zeit in der Region Split.
Weiterführende Lektüre: siehe auch unseren 90-Minuten-Plan für die Stadt Bol, den Guide zum Strand Zlatni Rat, den Bericht über den barocken Hafen von Milna und den umfassenderen Vergleich Hvar vs. Brač. Buchen Sie den privaten Brač-Tag unter /tours/golden-horn-bol-private-tour.
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About the author

Marinko
Co-founder & Skipper · 20 seasons in Split
Co-founder and one of the two captains who built Navy Blue Yachting from a single boat. Over 20 years on the Adriatic and a lifelong passionate fisherman — he reads sea conditions the way most people read a weather app. If you are on a flagship Blue Cave day in shoulder season, he is most likely the captain.
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